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Jenseits der Angst beginnt die Liebe

Im Verlauf der nun fast 20 Jahre meiner Arbeit mit Ängsten habe ich immer wieder eines gesehen: die Abwehrreaktionen gegen unsere eigenen größten Ängste führen in der Regel dazu, dass wir anderen, und zwar ohne es zu merken, oft eben das zufügen, wovor wir selbst die größte Angst haben.
Wer Angst vor Liebesverlust hat, lässt sich ungern ein, wer Missbrauch fürchtet, versucht oft, durch Manipulation anderer sich selber zu schützen. Wer sich selbst verneint (Angst wertlos zu sein), steckt voller Urteile gegen andere, und wer von seiner eigenen Angst vor Gewalt gesteuert wird, erzeugt selber, eine, oft sehr subtile, Gewalt.
Die Konsequenz aus dieser Einsicht wird von den Teilnehmern der Herz-Eröffnung I – Jenseits der Angst beginnt die Liebe – vor allem als eine Erweiterung der Fragestellung erlebt. Lag vor Jahren der Schwerpunkt vor allem auf der Verarbeitung alter Schmerzen, so gilt die Aufmerksamkeit jetzt verstärkt den systemischen Zusammenhängen (der Familiengeschichte) sowie dem, was wir anderen Menschen unwissentlich aus unseren eigenen Ängsten heraus zufügen. Diese Arbeit führt in andere Tiefen.
Die Einsicht, dass wir nicht nur Opfer, sondern, meist ohne es zu wissen, die längste Zeit schon selber Täter sind, erfordert auch Mut. Es ist unbequem, die eigenen Anteile und die heimlichen Belohnungen des Leidens erkennen zu müssen. Gehen uns nämlich hier die Augen auf, sind Veränderungen im täglichen Leben angesagt.
Doch Veränderungen sind notwendig. Wenn wir mit offenem Herzen leben wollen, müssen wir uns einer Ethik des Herzens verpflichtet fühlen. Einer der Sätze dieser Ethik lautet: Nicht die anderen (Eltern, Lehrer, Partner usw.), sondern wir selber sind die Quelle unseres Leidens. Folglich geht es auch bei der Selbsterfahrung, die ja ein inneres Wachsen mit sich bringen soll, und erst recht beim Einüben von Meditation um Größeres, als bloß Recht zu bekommen oder endlich auf der Butterseite des Lebens zu landen.
Vielmehr geht es um das ungeteilte Leben, dessen Reichtum sich erschließt, wenn wir die Verantwortung für unser Leben ganz übernehmen. Die Fähigkeit zur Selbstverantwortung ist übrigens auch daran zu erkennen, dass wir uns dem Du mitfühlend zuwenden, den inneren Wert von Gemeinschaft verstehen und beginnen, dem Leben zu dienen.
Bestandteil dieses Seminars ist unter anderem eine tiefgreifende, die Ängste verwandelnde, reinigende und heilende Energiearbeit.
Ein Teilnehmer schrieb : Ich hatte ja schon allerhand Gruppenerfahrung, doch mit dir habe ich zum erstenmal einen spirituellen Lehrer erlebt, der nicht irgendwie abgehoben ist, sondern die Spiritualität mit dem Alltag zusammenbringt.

 

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